Sexualität
im Alter
Jeder
ist so alt wie er oder sie sich fühlt. Die Reaktionen der Sexualorgane
verlangsamen sich zwar im Laufe des Lebens. Aber das sexuelle Erleben
ist immer noch von der jeweiligen Person abhängig. Im Alter ist
der Mensch sexuell ähnlich aktiv wie in jungen Jahren. Es wird
zukünftig immer mehr ältere Menschen geben, wobei die Frauen
weit überzählig sind und somit große Probleme haben
einen entsprechenden Partner zu finden. Ob zwischen den Generationen
oder in der Öffentlichkeit, das Thema Sexualität im Alter
wird nicht oder kaum erwähnt.
Krankheiten in Verbindung
mit Sexualität:
Frauen leiden im Alter unter einer trockenen Scheide. Dann helfen
Hormontabletten oder Cremes bzw. spezielle Gels zur besseren Gleitfähigkeit
in der Scheide. Harninkontinenz kann jede Frau treffen. Beim Geschlechtsverkehr
ist unkontrollierter Harnverlust störend. Mit Hilfe von Medikamenten,
Beckenbodenmuskeltraining bzw. einer Operation kann sich die Inkontinenz
bessern oder sogar behoben werden. Eine exakte Diagnostik ist unerlässlich.
Je älter die Frauen sind, umso häufiger muss eine Gebärmutter-
bzw. Eierstockentfernung durchgeführt werden. Trotz der Entfernung
kann ein erfülltes Sexualleben stattfinden, da die Gebärmutter
nicht für den Geschlechtsverkehr direkt gebraucht wird. Schmerzen
können infolge einer Operation, durch entstandene Verwachsungen
im Bauchraum oder durch Narben im Scheidenblindsack vorkommen. Ein
großes Problem ist der seelische Schmerz bei Frauen nach einer
Operation. Der Körper scheint für die Frau als nicht intakt.
Werden zusätzlich Eierstöcke entnommen, dann sinkt der
Östrogenspiegel.
Krebsoperationen, vor
allem die in Folge der Strahlentherapie entstandenen Entzündungen
in der Scheide, oder sogar körperliche Veränderungen,
wie bei Brustkrebs, stellen eine große Belastung für
eine Beziehung dar. Die Partner lernen erst mit der Zeit mit z.B.
körperlichen Veränderungen klarzukommen. Nach einer Strahlentherapie
bringt die sexuelle Befriedigung, körperliche Nähe und
Zärtlichkeit eine wahnsinnige Steigerung der Lebensqualität.
Andere Krankheiten:
Internistische Erkrankungen, wie Diabetes, rheumatische Erkrankungen
oder Bluthochdruck treten im Alter auch immer öfter auf und
beeinflussen das Sexualleben negativ, genauso wie auch seelische
Erkrankungen und Depressionen.
Medikamenteneinnahme:
Das Lustgefühl oder die Erektionsfähigkeit werden
stark vermindert, wenn, wie im Alter üblich, viele Medikamente
eingenommen werden.
Andere Faktoren:
Da bei älteren Frauen ein starker Frauenüberhang besteht,
leben sie oft allein. Die gebildeten Frauen haben ein höheres
Selbstvertrauen und sind so auch zufriedener beim Sex, verspüren
viel mehr Lust und Orgasmen.
Selbsthilfe:
Mit einem einfühlsamen Partner kann eine Frau auch
im Alter noch eine andere neue Sexualität erfahren. Jeder
Mensch sollte sich seiner Bedürfnisse, Wünsche und Träume
bewusst sein und sie möglichst auch erfüllen. Kommunikation
und Offenheit anderen gegenüber und auch sich selbst sind wichtig,
genauso wie der Abbau der Schamgefühle dem eigenen Körper
gegenüber. Leistungszwänge sind in der Sexualität
unangebracht. Eine therapeutische oder medizinische Beratung hilft
bei körperlichen oder partnerschaftlichen Problemen. Tabus,
was Sexualität angeht, sollten überwunden werden. Die
Umwelt muss akzeptieren dass auch alte Menschen ein Recht auf Sexualität
haben.
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