Eines
ist durch die demographische Entwicklung in Deutschland ganz klar
ersichtlich: Der Bedeutung der Betreuung und Pflege von älteren
Menschen kommt in naher Zukunft eine größere Rolle zu.
Im Jahr 2020 ist hierzulande bereits jeder zweite der Bevölkerung
über 60 Jahre alt. Dies macht deutlich welche Anforderungen
an Infrastruktur und die gesamte Wirtschaft noch umzusetzen sind.
Mit
an erster Stelle ist es daher auch wichtig die Qualifikation von
Alten- und Pflegekräften sicherzustellen, denn ausgebildete
Fachkräfte werden bei der aktuellen Entwicklung zukünftig
eklatant fehlen. Daher hat dieser Beruf eine sehr gute Zukunftsprognose,
man könnte sagen diese Berufswahl ist krisensicher. In welcher
Branche kann man so etwas schon behaupten? Allerdings soll dabei
die zurzeit herrschende Situation nicht außer acht gelassen
werden. Auszubildende, die im Moment im Pflegeberuf tätig sind
und das Berufsbild erlernen wollen sind oftmals überfordert
und durch die fehlenden qualifizierten Fachkräfte auch in punkto
Ausbildungsbetreuung schlecht versorgt.
Dies
hat zur Folge dass der dringende Bedarf durch Ausbildungsabbrecher
zusätzlich eine defizitäre Entwicklung nimmt. Wodurch
kommen solche Entwicklungen?
Der
Pflegeberuf verlangt nicht nur gesundheitliche und auch motorische
Kenntnisse, sondern vielfach eine psychische Resistenz, die junge
Menschen nicht immer an den Tag legen können. Letzteres ist
vor allem durch die fehlende psychologische Begleitung und Ausbildung
innerhalb der Berufsausbildung bedingt. Diese entstehende Überlastung
und Überforderung bei dem Umgang mit pflegebedürftigen
Menschen führt zu einem ziellosen Dasein, das letztlich zum
Abbruch des Berufs in der Pflege bzw. der pflegerischen Berufslaufbahn
führen kann.
Wird der Lehrling alleine gelassen, weil keine Anleitung zur Vorgehensweise
in bestimmten Situationen gegeben ist führt dies zu Orientierungslosigkeit
und Unzufriedenheit.
In
vielen Fällen ist es so dass Auszubildende mit vielen Senioren
alleine gelassen werden und so die Verantwortung für viele
Tätigkeiten übertragen bekommen, die sie jedoch alleine
von der Qualifikation her nicht erbringen können. Eine Ausbildung
findet so natürlich kaum statt, denn durch die Übertragung
von einfachen Handlangeraufgaben werden die elementaren Inhalte
der Pflegeberufsausbildung vernachlässigt. Nicht nur dass die
notwendigen Lehrinhalte nicht vermittelt werden, sondern auch die
Versorgung der Pflegebedürftigen ist hier als grenzwertig einzustufen
und kann auch mal in einer gefährlichen
Pflege gipfeln. Dies ist dann der Fall wenn beispielsweise die
Medikamentenausgabe, die Insulingabe oder die Blutzuckermessung
nicht fachgerecht ausgeführt werden und eine Gefahr darstellen.
Die Heimbewohner/-innen und Patienten/-innen können daher zum
Teil in Lebensgefahr schweben, weil auch eine Abhilfe bei Eintreten
dieser Situation durch gleiches Personal nicht realisierbar ist.
Daher ist von den
ausbildenden Einrichtungen unbedingt darauf zu achten dass die Anleitung
durch diese qualitativ sicherzustellen ist. Des Weiteren ist die
an Auszubildende übertragenen Aufgaben jeweils dem Ausbildungsstand
entsprechen. Dabei ist zu berücksichtigen dass es nicht zu
einer fachlichen und zeitlichen Überforderung kommen kann.