Störfaktoren und Probleme bei
der Sexualität im Alter
Der reine sexuelle
Kontakt nimmt im höheren Alter (ab 65 Jahren) zwar ab, aber
das Zärtlichkeitsbedürfnis bleibt erhalten und baut sich
noch aus. Dies hat vor allem mit gesundheitlichen Problemen aber
auch mit Ursachen zu tun, die durch Stress bedingt sind. Setzt sich
der Partner zu viel unter Druck und versucht vollkommen normale
altersbedingte Defizite zu überspielen wird dies zu einem Kreis,
der Stress produziert und nicht zum Erfolg führt. Viel mehr
muss man sich mit der Problematik aktiv auseinander setzen und vor
allem mit dem Partner viel darüber sprechen.
Männer haben hier
mehr Probleme im Alter als Frauen. Die männliche Sexualität
wird öfter durch chronische Schmerzen oder Krankheiten wie
Diabetes, Bluthochdruck, Prostataerkrankungen oder auch Rheuma beeinträchtigt.
Nicht selten sind bei beiden Geschlechtern inzwischen auch Krebsbehandlungen,
die nachhaltig die sexuelle Erregbarkeit beeinflussen können.
Da diese Krankheiten eine Indikation von Medikamenten notwendig
macht kann die Verabreichung eine weitere Ursache für das mangelnde
Lustempfinden sein. Grundlegend ist die Erregbarkeit, wenn nicht
durch Krankheiten beeinträchtigt, beim Mann kontinuierlich
abnehmend während bei der Frau diese auch nach den Wechseljahren
lange erhalten bleibt. Frauen haben dagegen öfters mit der
Abnahme von Scheidenfeuchtigkeit zu tun oder nachfolgende Probleme
durch gynäkologische Eingriffe (Verwachsungen oder Narbenbildung).
All dies können Gründe
sein warum der sexuelle Kontakt nicht mehr so ist wie es mal war.
Manchmal ist es einem peinlich über die intimsten Probleme
zu sprechen. Einige Paare verbergen sogar Arztbesuche vor Ihrem
Partner, nur um sich nicht offenbaren zu müssen. Vor allem
die abnehmende Erektionsfähigkeit bei Männern kann zu
partnerschaftliche Problemen oder Ängsten führen.
In der heutigen
Zeit gibt es für viele Probleme Lösungen, die jedoch angesprochen
oder behandelt werden müssen. Die große Überwindung
ist hier der Gang zum Arzt. Es liegt ja auf der Hand dass auch die
Frau nur ungernüber die unzureichende Scheidenflüssigkeit
spricht. Viele Probleme beim Sex
im Alter sind jedoch unproblematisch durch medizinische Hilfe
zu beheben. Dies reicht von der trockenen Scheide (Einsatz von Cremes)
über Hormonstörungen, Inkontinenz bis hin zu Therapieformen
bei Erektionsstörungen (Bsp. Tabletten, Vakuumpumpen etc.).
Die Abhilfe und das Verständnis der Ärztin oder des Arztes
sind oftmals leicht wie ein Kinderspiel und im Nachhinein wird man
sich fragen "Warum habe ich das nicht schon früher gemacht?".
Daher sollte man sich trauen diese Störfaktoren und Probleme
bei der Sexualität im Alter immer aktiv zu beheben, entweder
mit Gesprächen mit dem Partner oder als Hilfesuche beim dem
Arzt/ Ärztin. Man lebt nur einmal und das eine leben möchte
man auch im hohen Alter auskosten.
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