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Das Wohnen im Alter
Auch noch so rüstige Menschen, die auch im hohen Alter eine gute Fitness haben, machen sich über die zukünftige Mobilität Gedanken. Dies ist auch gut so, denn das einfache Treppengehen wird auch nicht einfacher. Die Sehkraft nimmt zunehmend einfach ein wenig ab und beides zusammen kann dann ein paar potentielle Unfallgefahren beinhalten. Um diese zu reduzieren kann man sich ja schon einmal locker mit dem Gedanken beschäftigen das Wohnen im Alter in einer anderen Form zu verbringen. Dies ist zumindest vor der stark abnehmenden Mobilität einzuleiten, denn wenn man ein Pflegefall ist, ist die Einflussnahme ggf. nur noch sehr gering. Es gibt wunderbare Alternativen, die ein Wohnen im Alter altersgerecht, schön und vor allem in eigener Selbstbestimmung stattfinden lassen können. Wohnformen wie in einer "Seniorenwohnanlage" oder sogar "Seniorenresidenz" genannt klingen gut und sollten begutachtet werden. Hierbei ist der Unterschied vor allem im preis zu finden und dem gesamten Service, der rund um das Wohnen geboten wird.

Die erste Alternative und zugleich die günstigste sind so genannte "Stiftshäuser für Frauen", die für alleinstehende unvermögende Frauen vorgesehen sind. Diese Einrichtungen wurden bis vor 100 Jahren im ganzen Land betrieben, einige existieren auch heute noch. So alte diese Idee ist, so alt ist auch das Ambiente der Einrichtungen. Hier findet man überwiegend Altbauten mit edlem baulichem Ambiente vor, die kleine Wohnungen zu sehr günstigen Mietpreisen beherbergen. Jedoch ist dies eine betreuungslose Form des Wohnens was die andere Seite der preiswerten Medaille darstellt.

Die nächst preiswerte Wohnvariante ist die der kirchlichen Wohn- und Pflegeheime. Diese Einrichtungen sind meistens sehr nüchtern angelegt und bestehen aus mehreren Gebäuden im Appartementstil, die dann in einer Gesamtfläche zusammengehören. Die Kirche ist hier mit dem vorhandenen Gottesdienst an der Tagesordnung also für nichtgläubige Menschen nicht immer die richtige Wahl. Innerhalb der Häuser werden dann Pflegeservices mit Therapieangeboten zur Verfügung gestellt. Oftmals kann man hier auch ein kleines Schwimmbad, einen kleinen Kiosk oder sogar ein Cafe vorfinden. Die Wohnungen sind zwischen knapp 30-45m² groß, teils mit Balkon und der Einrichtung, die aus dem letzten privaten Domizil entstammt. Bei den Möbeln musste jedoch noch etwas reduziert werden, denn alles kann man hier nicht unterbringen. Innerhalb der Zimmer herrscht das private Ambiente der alten Zeit, die jedoch nach verlassen der Räumlichkeit auf den sterilen Heimfluren abrupt sein Ende gefunden hat. Wer diese organisierte Unterbringung mag ist hier gut und preiswert aufgehoben.

Nach der zweiten Stufe mit sozialer Betreuung wird es nun immer ein wenig komfortabler. Viele Einrichtungen schmücken sich mit dem Namen "Residenz", da ist dann der Name Programm. Hier findet man meistens sogar temporär einen Friseur in der Anlage und die Betreuung kann individuell von Putztätigkeiten bis hin zu Einkaufsservices eingekauft werden.
Bequemer geht es eigentlich nicht, denn Sauna und Schwimmbad gehören wie natürlich der Aufzug hier zum normalen Standard. Wie in einer Reihenhaussiedlung sind hier die Zimmer mit Namensschildern versehen und eine Türklingel und Briefkasten ist dabei, ganz wie zu Haus bzw. eben doch wie im Marriott Hotel. Der Hotelservice ist innerhalb dieses großen Hauses entsprechend teuer und so kann sich der Normalrentenbezieher/in dies wohl nicht leisten. Die luxuriösen Heime sind in jeder Stadt überwiegend zentrumsnah gelegen und sind damit nahe der Infrastruktur installiert. So macht das Wohnen im Alter noch Spaß, denn die Mobilität kann auf kurzem Wege auch noch genossen werden. Man kann so, sofern man noch rüstig ist, am täglichen Alltag ein wenig teilhaben und ist nicht abgeschirmt. Das Ambiente ist nett, jedoch ist der Luxus nicht das was der einsame Mensch braucht, denn vor allem Geselligkeit ist notwendig und ob das hier besser funktioniert als in normalen Altenheimen darf bezweifelt werden.
Solche Residenzen für das Wohnen im gehobenen Alter gibt es auch außerhalb der großen Städte. Der Vorteil ist hier vor allem der Preis, denn die fehlende City schlägt sich eben finanziell positiv nieder. Ist man sowieso lieber Landmensch kommt einem dies auf jeden Fall doppelt zugute. Wer jedoch die Verkehrsverbindungen täglich gerne genutzt hat und die Freiheit der kurzen Strecken kann sich auf einem Dorf 10km außerhalb jeglicher Flaniermeile sehr einsam fühlen. Der triste Heimalltag holt einen schnell ein und alleine der Gedanke hier nicht spontan mal einen kleinen Ausflug unternehmen zu können, kann einen sehr eintrüben.

Fazit:
Ganz gleich welches Wohndomizil man sich aussucht, es ist immer eine individuelle Entscheidung, die man zunächst unter Abwägung aller Vor- und Nachteile weitsichtig treffen sollte.